
Von Hannes Weik
Rick Söhner, Alexander Rehder, Florian Müller und Luca Micelli (von links) sind die Band Dark Letter, die beim Sommernachtsfestival auftritt.Foto: Claudia Wachter Wachter Claudia
Schwaigern – Die Musikszene in der Region beginnt langsam aufzublühen, ist aber, verglichen mit Stuttgart, Karlsruhe oder Heidelberg, noch unterentwickelt“, erzählt Daniel Schütt, Vorsitzender des Kulturwerks Orange. Umso ehrgeiziger wirkt daher das Ziel, das sich der Verein in Schwaigern mit dem Sommernachtsfestival gesetzt hat.
„Die Szene soll wachsen und mit ihr das Sommernachtsfestival“, sagt Schütt. Er veranschaulicht seine Aussage mit dem Hinweis, dass das Open-Air-Festival in diesem Jahr mit insgesamt elf Bands einen ganzen Tag füllt. Die 40 an der Organisation beteiligten Mitglieder des Kulturwerks hoffen, dass sich das Festival „auf lange Sicht bewährt“, denn dann könnte es in Zukunft auch mehrtägig stattfinden.
Newcomer
Fünf der insgesamt elf Musikgruppen, die beim zweiten Sommernachtsfestival in Schwaigern auftreten, sind Nachwuchsbands aus dem Landkreis Heilbronn. Ihnen gibt das Festival die Gelegenheit, sich vor den erwarteten 500 bis 1000 Anhängern der Rock- und Popmusik als ambitionierte Newcomer zu profilieren. Der Ausbau der regionalen Musikszene beginnt mit der Förderung vielversprechender Neulinge.
Die Band Dark Letter ist eine dieser Nachwuchsbands. Die vier Schüler aus Schwaigern spielen klassischen Death-Trash und singen dazu deutschsprachige Texte. Ebenfalls aus Schwaigern kommen die vier Jungs von Cloverleaf. Ihren Indie-Rock unterlegen die vier mit deutschen Texten. Die vierköpfige Band Bad Taste war ursprünglich eine reine Coverband. Doch inzwischen schreiben die Nachwuchsmusiker auch eigene Rocksongs, die sich jedoch keiner der gängigen Stilrichtungen eindeutig zuordnen lassen. Ebenfalls in der Region verwurzelt sind Ed Hornby und die Folk-Rocker von Cantus Levitas, die ihre lateinischen Texte mit Dudelsäcken begleiten und auf der Bühne Feuer spucken. Sie springen anstelle der Punk-Rock-Band Natural Disaster ein, die ihren Auftritt beim Sommernachtsfestival aus gesundheitlichen Gründen absagte. Dennoch müssen die Fans auf Punk Rock nicht verzichten. Dafür nämlich ist die Band AndiOliPhilipp inzwischen sogar überregional bekannt. Ähnlich bekannt ist die junge Popgruppe Marla Singer.
Jahreshighlight
Doch mit ausschließlich regionalen Größen gibt sich das Kulturwerk nicht zufrieden: „Das Festival soll ein Jahreshighlight für die ganze Gegend sein“, erklärt Schütt. Das Gaffenberg-Festival pausiert zwar, doch gleichzeitig werden „Konzerte in der Region immer beliebter.“ Daher wartet das diesjährige Sommernachtsfestival auch mit vier deutschlandweit bekannten Bands auf. Als heißester Favorit der Death-Metal-Szene gilt derzeit die Band Enraged by Beauty aus Pirmasens, die schon bei zahlreichen Konzerten in ganz Deutschland zu sehen war. Die Jungs von Fathead aus Weiher stehen den Pfälzern in nichts nach. Sie haben bereits mehr als 200 Konzerte in der ganzen Republik hinter sich, davon sogar eines vor der Kulisse des Brandenburger Tors.
Aus Stuttgart wird die Band Out of Season in das Leintal aufbrechen, um den Konzertbesuchern einen Sound zu bieten, der irgendwo zwischen Heavy Rock und Metal liegt. Eine Mischung aus Hip Hop, Alternative, Core und einigen anderen Stilrichtungen bietet die Band AKa Fontage aus Karlsruhe.
Quelle: Stimme.de